nadnoennas

Was wäre, wenn das alles wäre. Kapitel 11

Ellis Mutter hatte an dem Abend nicht mehr gefragt, nur fragend geguckt und Elli war zu müde, um das als ausreichenden Grund zu betrachten, ihr etwas zu erzählen. Von dem Beratungsgespräch oder den Demonstranten davor. Von ihrer Entscheidung. Eigentlich fühlte sie sich nicht in der Lage auch nur den Mund zu öffnen. Elli war müde und es war die erste Nacht seit dem Schwangerschaftstest, die sie wirklich schlief. Sie schlief zehn Stunden lang. Sie träumte davon ein Kind zu haben. Das Kind hatte kein Gesicht und keinen Namen und es gab nur sie beide in diesem Traum. Als sie aufwachte, fragte sie sich, wo Dennis war. Ihr Bett fühlte sich leer an, sogar die Hitze war verschwunden. Ganz leicht bewegte sich die Luft in ihrem Zimmer. Das Fenster stand sperrangelweit offen. Sie schälte sich aus dem Laken, stand auf und sah hinaus. Die Straße fiel leer den Hügel hinab und kroch auf der anderen Seite wieder hinauf. Irgendwo in der Nachbarschaft quietschten Kindern. Das Geräusch jagte ihr nicht mehr so viel Angst ein, wie es in den letzten Tagen alle Kinder getan hatten. Oder auch nur der Gedanke an Kinder. Die Erinnerung an Kinder. Elli kannte diese Stimmen, sie hörte sie schon ein paar Sommer lang durch das offene Fenster. Vorher hatte es bestimmt auch Kinderstimmen gegeben, aber davor hatte sie selbst zu diesen Stimmen gehört. Der Himmel war blau. Es roch nach gemähtem Grad und der Asphalt glänzte nicht mehr vor Hitze. Elli bemerkte, dass ihre Hand auf ihrem Bauch lag. Sie hatte nicht mehr das Gefühl sie sofort wegnehmen zu müssen, ließ sie dort liegen, ging zu ihrem Kleiderschrank und nahm sich einhändig frische Unterwäsche aus der Schublade. Am Abend hatte sie es nicht mehr fertig gebracht zu duschen. Umso dringender war es jetzt. Nach warmem und kalten und noch einmal warmem Wasser und dem Duschgel, das nach Zitrone roch, ging es ihr besser. Sie fühlte sich wieder mehr wie sie selbst. Schwanger zwar, aber wieder sie selbst. Selbst ihre Mutter unten in der Küche zu finden, war nicht mehr so aufwühlend. Elli blieb nur für einen Wimpernschlaf im Türrahmen stehen, trat dann in den Raum, sagte „Guten Morgen“, das passte sogar von der Uhrzeit her noch, und griff nach der Packung mit dem Kakaopulver. „Guten Morgen.“ Ihre Mutter klang heiser und hatte dunkle Ringe unter den Augen. „Hast du gut geschlafen?“ Elli nickte, überlegte, ob sie die Frage zurückgeben sollte, aber ihre Mutter wirkte nicht als hätte sie überhaupt ein Auge zugetan. Also sagte sie erst einmal nichts, öffneten den Kühlschrank und holte sich die Milchpackung heraus. „Willst du über gestern reden?“ Elli konnte die Stimmlage unter all der Heiserkeit noch weniger einschätzen als gestern, aber die Angst davor, was passieren konnte, stellte sich trotzdem wieder ein. Sie schüttelte den Kopf. Ihre Mutter räusperte sich. Elli tauchte den Teelöffel dreimal in das Kakopulver und füllte die Tasse mit Milch auf. Sie setzte sich zu ihrer Mutter an den Küchentisch, gegenüber von ihr, auf die lange Bank mit den bequemen Polstern, die an der Wand stand, sodass sie sich direkt an die Tapete lehnen konnte. Der Kakao schmeckte gut. Kühle Schokolade, nur die Demonstranten von gestern im Hinterkopf waren immer noch laut und unangenehm. Eine Hand behielt Elli an der kühlen Tasse. „Ich will es behalten.“ Dann nahm sie schnell noch einen Schluck, nur um irgendetwas zu tun zu haben. Es kratzte in ihrem Hals. Elli musste sich räuspern, schließlich husten und verschluckte sich dabei gleich noch einmal. Das war so unpassend, dass sie lachen musste und sich Kakao in die Hand spuckte. Als sie wieder hochsah, war der Gesichtsausdruck ihrer Mutter irgendetwas zwischen Weinen und Lachen. Womöglich einfach beides gleichzeitig. Sie schluckte, ein paar Mal, wurde den Ausdruck damit allerdings nicht los. Selbst ihre Stimme spiegelte ihn jetzt wieder. „Gut.“ Mehr sagte sie nicht. „Gut?“, fragte Elli nach ein paar totenstillen Sekunden, in denen sie Tropfen mit dem Finger vom Tisch tupfte. Sabine zuckte mit einer Schulter und rieb sie dann mit der Handfläche. Vermutlich saß sie hier schon lange, hatte Elli beim Aufwachen und beim Duschen zugehört. „Ich will eigentlich jetzt noch nicht Großmutter werden.“ Das kam eindeutig gequält. „Aber… es steht ja gerade nicht viel zur Auswahl.“ Elli suchte den Tisch weiter nach Kakaotropfen ab. Fürs Erste gab es nur eine Entscheidung zu treffen und das war jetzt erledigt. Aber sie brauchte die Zustimmung ihrer Eltern nicht, das hatte man ihr bei der Beratung gestern klar gesagt. Sie brauchte ihre Unterstützung. Dringend. „Also hilfst du mir?“ Sabine sah vollkommen entsetzt aus. „Herrgott, natürlich helf ich dir, was denkst du denn?“ Elli zuckte zusammen. So deutlich sichtbar, dass ihre Mutter nur noch schockierter wurde. Aber ein paar Worte brachte Elli trotzdem dazu heraus. Weil das so eindringlich gewesen war. „Du bist ziemlich sauer, oder?“ „Verdammt, Elli!“ Dafür, dass sie so müde aussah, wurde sie erstaunlich laut. „Meine fünfzehnjährige Tochter eröffnet mir, dass sie schwanger ist. Wie soll ich denn da bitte reagieren? Total entspannt und vielleicht noch sagen ‚Gut gemacht‘?“ Elli hörte auf, den Kakao vom Tisch zu tupfen, obwohl noch Flecken übrig waren. Wenn sie ehrlich war, hätte das eher geholfen. Eine Umarmung oder so, nicht diese krasse Reaktion, mit der sie sich nur noch elender gefühlt hatte. Aber das sagte Elli nicht. Es kam ihr nicht so vor, als hätte die das Recht dazu, jetzt noch irgendetwas zu sagen oder irgendetwas zu wollen. Dabei ging es doch erst einmal um sie, das hatte zumindest Miriam Jakobs gesagt. Ihre Mutter seufzte und rieb sich über die Augen. „Was sagt eigentlich Dennis dazu?“ Sie wirkten normalerweise so als mochten sie sich. Ihre Eltern hatten nie etwas gegen Dennis einzuwenden gehabt, oder überhaupt dagegen, dass Elli einen festen Freund hatte. Vorher hatte Elli gedacht, sie würden sich stärker einmischen. Nicht, dass sie besonders strenge Eltern waren, aber Elli war eben vierzehn Jahre alt gewesen, als das anfing und nach der Meinung vieler zu jung für diese Art Beziehung. Eine Beziehung, in der man miteinander schläft. Vermutlich hatte ihren Eltern gesehen, wie ernst es dem sehr jungen Paar war. Elli betrachtete wieder die hellbraunen Flecken auf dem Küchentisch. Es waren nur noch sehr wenige und sehr kleine. „Er wollte es nicht.“ Vergangenheitsform. Sie hatte noch keine Idee, wusste nichts, und konnte keinen Wunsch äußern. Vielleicht sah das Ganze jetzt vollkommen anders aus, wo sie eine Entscheidung getroffen hatte. Vielleicht dachte er jetzt anders darüber. Gedrängt hatte er sie nämlich noch nie zu irgendetwas. „Ihr müsst miteinander reden“, sgte Ellis Mutter und seufzte schon wieder. „Ich weiß“, antwortete Elli nur. Ihre Mutter stand auf, kam um den Tisch herum, zog Elli auf die Füße und in ihre Arme. Es fühlte sich an als würde Elli mit dieser Umarmung eher Trost geben als ihn zu bekommen. Sie dachte an Manueles warme Hände und den Geruch nach Kaffee. Sobald Sabine losließ, dachte Elli auch an Dennis‘ Hände. Fragte sich, ob sie von ihm Trost bekommen würde. Sabine verließ die Küche und ließ Elli und die Kakaoflecken zurück. Langsam trockneten sie auf dem Tisch an, ihre Ränder dunkler als die Mitte. Elli konnte sie nicht mehr hin und herschieben, sie zerrissen. Ganz auftupfen war auch nicht mehr möglich. Sie trank den Rest des Kakaos aus und überlegte, ob sie essen musste, bevor sie Dennis anrief. Vielleicht wurde ihr sonst schlecht, vielleicht wurde ihr aber auch eher schlecht, wenn sie etwas im Magen hatte. Sie entschied sich für Cornflakes. Die volle Schüssel, einen Löffel und die Milchpackung nahm sie mit rauf in ihr Zimmer, setzte sich auf das Bett, balancierte alles auf ihrem Schoß. Ihr Smartphone steckte noch im Rucksack. Elli musste zwischen den Papieren wühlen, um es zu finden und zog sie schließlich alle heraus. Sie hatte den Stapel dicker in Erinnerung. Die Adressliste der Ärzte legte sie beiseite. Die anderen Broschüren konnte sie größtenteils gebrauchen. Sie blätterte. Teenagermütter. Hebammen. Die Papiere lagen auf ihrem Schoß direkt vor ihrem Bauch. Sie griff nach ihrem Smartphone und wählte Dennis‘ Kontakt an. Kein Lautsprecher wie sonst, sondern direkt am Ohr. Es klingelte. Aber es klingelte länger als sonst. Dann schaltete sich die Mailbox ein. Eine unpersönliche Ansage mit Computerstimme. Weiblich. Nummeransage. Sonst nichts. Elli probierte es noch einmal. Theoretisch war es möglich, dass Dennis einfach noch schlief. Oder sehr laut Playstation spielte. Sie hatte selbst tagelang nicht richtig auf Anrufe geachtet und Nachrichten ignoriert. Das musste nichts bedeuten. Sie aß die Cornflakes und merkte erst nach der Hälfte der Schüssel, dass sie vergessen hatte die Milch hineinzugießen. Milch schmeckte kalt besser, aber sie goss nach und versuchte es noch einmal auf Dennis‘ Handy. Wieder keine Antwort. Es war nicht ihr Ding, Nachrichten zu schreiben. Sie wohnten nah genug beieinander, um sich einfach zu besuchen. Ein verpasster Anruf war Ankündigung genug und genau so sichtbar wie ein Text. Entweder er sah es oder nicht. Wenn er zuhause war, konnte sie auch dorthin. Ob er alleine war oder mit eine Gruppe anderer Jungs rumhing, war dabei eigentlich egal. Elli wollte nicht herausfinden, ob sich daran etwas geändert hatte. Um die Uhrzeit hing er eigentlich nicht mit seinen Freunden herum, aber ansonsten… alles war jetzt anders. Doch was blieb ihr anderes übrig?

Der Fußweg war kürzer als sonst. Nicht wirklich natürlich, aber sie ging schneller als beim letzten Mal und hatte noch mehr Angst vor dem, was kam. Davor, wie Dennis reagierte. Die steile Einfahrt hinauf ging sie in ganz kleinen Schritten. Kleine Schritte, um nicht so außer Atem zu geraten, es waren nur zehn Meter. Sie drückte ihren Zeigefinger auf den grau-glänzenden Klingelknopf. Daneben schimmerte die Gegensprechanlage, die sie noch in Aktion erlebt hatte. Die Klingel ertönte laut im Haus, mit einer abfallende Melodie. Fast Musik im Vergleich zu dem schrillen Schellen bei ihr selbst zuhause oder der Klingel der Schuberts, die entweder piepte oder kaputt oder absichtlich ausgeschaltet war. Elli mochte den Klang dieser Klingel. Dennis‘ Zuhause war auch ein bisschen ihres. Hinter der gemusterten grünen Milchglasscheibe kam eine Silhouette auf sie zu. Ein weiblicher Gang und ein breiter Kopf, weil Daniela eine dicke Dauerwelle trug. Es stand ihr. Gezähmte Locken um das feine Gesicht. Sie öffnete und lächelte Elli an wie immer. „Hey! Wie geht‘s? Ich glaube, er ist noch gar nicht wach. Hast du Hunger? Du kannst auch hochgehen.“ Daniela war schon wieder im Haus verschwunden und zog Elli wie magisch hinter sich her. Sie stellte immer so viele Fragen, ohne auf Antworten zu warten und Elli war das gerade mehr als recht. Ehrlich sein wollte sie jetzt wirklich nicht, wo Dennis offenbar kein Wort gesagt hatte. „Danke, ich weck‘ ihn.“ Elli winkte vorsichtig in die offene Küche, wo auch Wolfgang stand und kaute. Spät auf dem Weg zur Arbeit, schon in Hemd und Krawatte. Daniela war auch schick. Beide machten irgendetwas mit Steuern. Die Treppe zu Dennis hinauf war eine offene Wendeltreppe am Rand des Wohnzimmers. Das Haus war nicht übermäßig groß, aber von innen sah es aus wie eine riesige Villa. Außer zu den Schlafzimmern und den Bädern gab es keine Türen, die Durchgänge waren überall breit und hoch, die Galerie über der Sofalandschaft weit und gefühlt gab es mehr Fenster als gemauerte Wand. Elli fand das durchaus hübsch. Heute schrumpfte sie darin. Bis sie oben vor seiner Zimmertür war, war sie fast nicht mehr da. Aber ihre Lunge war noch da und ihre Nasenlöcher, durch die ihr Atem ging. Aus dem Zimmer kamen Geräusch, undeutlich. Die Tür war dicht und von unten wehten Gesprächsfetzen herauf. Schritte vielleicht, aber nur wenige. Sie sog tief Luft ein. Sie konnte hier nicht lange stehen bleiben, seine Eltern würden sich wundern und nachfragen. Also klopfte sie. Im Zimmer startete der Soundtrack von GTA auf der Playstation. Elli schluckte und öffnete die Tür trotzdem. „Hi.“ Dennis sah zu ihr rüber und verdammt müde aus. „Hey.“ Den Controller für die Playstation hielt er in der Hand, aber die Anfangssequenz lief noch und er warf ihn neben sich auf die Matratze. Das Bett war zerwühlt. „Was gibt‘s?“ Elli presste die Lippen aufeinander, trat einen Schritt ins Zimmer hinein und schloss die Tür hinter sich. „Warst du beim Arzt?“ „Ja.“ Dennis seufzte und streckte kurz einen Arm vor. „Komm her.“ Ein kleiner Stein fiel aus Ellis Herz heraus und blieb bei der Tür liegen, als sie zu Dennis ging, sich neben ihn auf die harte Matratze setzte und sie sich küssten. Seine Lippen waren trocken und er hatte sich noch nicht die Zähne geputzt, aber das war Elli egal. „Hab ich dich geweckt?“ Dennis verzog das Gesicht. „Japp. Warte kurz.“ Er verschwand nach draußen. Kurz darauf hörte sie Wasser rauschen. Die Musik aus den Boxen neben dem großen Flachbildschirm wurde leiser und sie nahm den Controller in die Hand. Es gab Videospiele, die ihr besser gefielen, aber Autos waren auch in Ordnung. Sie hatte kaum angefangen, da war Dennis schon wieder da, blieb mitten im Zimmer stehen und beobachtete sie. Sie legte den Controller wieder weg. Ablenkung funktioniert gerade ohnehin nicht. „Wie war‘s?“ Er stand immer noch da herum wie festgewachsen, aber nur an den Füßen. Dafür war in seinem Gesicht viel mehr Bewegung als sonst, als könnte er was beschleunigen. Elli überlegte, wie sie antworten sollte. Es war ja viel mehr gewesen als nur die Ärztin und davon konnte er bisher nichts wissen. „Weil er sich verhalten hat wie ein Arsch“, zischte Joyce‘ Stimme in ihrem Hinterkopf. „Bei der Gyn war es nicht gut.“ Elli weiß nicht mal, ob sie sich deswegen immer noch schlecht fühlt oder das nur das Gefühl ist, das sie absichtlich bekommen sollte. Es steht in so einem Gegensatz zu dem danach. „Ich wäre mitgekommen.“ Elli zog die Augenbrauen zusammen. „Klang nicht so.“ „Doch. Aber ich glaube, du warst ganz schön verwirrt, oder? Als du es mir gesagt hast.“ „Klar. Du nicht?“ Dennis zuckte die Schultern und endlich setzten sich auch seine Füße in Bewegung. Er setzte sich wieder neben sie, dieses Mal mit mehr Abstand, sodass sie sich gut ansehen konnten. „Das ist blöd gelaufen, aber der Rest ist doch klar.“ „Finde ich nicht.“ Fand sie auch schon nicht als sie es ihm gesagt und er so blöd reagiert hat. Sie nahm trotzdem seine Hand und er ließ es zu. „Aber hast du es jetzt schon gemacht oder nicht?“ Elli sah auf die Hände, seine und ihre. „Ich will es behalten.“ Dennis zog seine Hand weg. Sein Mund klappte auf und wieder zu. Er rückte noch ein Stück weg und guckte sie völlig entgeistert an. „Aber das kannst du doch nicht alleine entscheiden!“ Elli zuckte. Das war Dennis. Dennis war wichtig und sie wollte ihn nicht vor den Kopf stoßen. Aber Miriam Jakobs hatte gesagt, dass das allein ihre Entscheidung ist und weder ihre Eltern noch der Kindsvater Mitbestimmungsrecht hätten. Joyce‘ Blick und Dennis‘ Blick und die Worte aus der Beratungsstelle krachten in Ellis Kopf zusammen. Sie nahm ihre Hände beide wieder in ihren eigenen Schoß und faltete sie. Atmen. „Doch, das kann ich.“ Und nach einer Atempause: „Tut mir leid.“ „Das kannst du nicht machen!“ Auch Dennis brauchte längere Atempausen als sonst. Sein Adamsapfel wirkte größer und sein Gesicht schien sich nicht entscheiden zu können, ob es blass oder rot werden sollte. „Ich will das nicht haben!“ Er brüllte nicht, aber er wurde sehr laut und sehr eindringlich. „Du musst das wegmachen lassen, verstehst du?“ Plötzlich nahm er doch wieder ihre Hände, aber das fühlte sich ganz und gar nicht mehr gut an. Der Druck war zu fest. „Ich bin sechzehn, Elli. Schatz. Das geht einfach nicht. Wir können das nicht machen. Du bist erst fünfzehn. Keiner will das. Wir sagen es keinem, machen die Schule zu Ende. Ich will studieren, okay? Ich will kein… .“ Zwischen ihnen war Schweigen. Dennis sprach nicht weiter, aber das Wort hing in der Luft. Elli atmete tief ein und bewegte ihre Finger. Dennis ließ sofort los. Immer noch still. Sein Puls raste bestimmt. Ellis jedenfalls tat es. Sie atmete noch einmal durch. Noch tiefer. Sah ihm in die Augen und befeuchtete ihre Lippen. Sie musste sich räuspern, es kratzte schon wieder in ihrem Hals. Aber sie fand ihre Stimme und ihren Willen. „Ich behalte es.“